ENERGIESPAREN LEICHT GEMACHT

Energiespartipps

Hier erfahren Sie, was man selbst tun kann, um auf einfache Weise Energie zu sparen. Von Fachleuten aufbereitet und verständlich erklärt...


KOCHEN & BACKEN

In fast jedem Südtiroler Haushalt wird täglich gekocht oder gebacken. Damit spielt Herd und Backofen eine große Rolle im häuslichen Energieverbrauch. Wie bei keinem anderen Haushaltsgerät kann besonders hier Ihr Verhalten helfen, wertvolle Energie zu sparen.

Unsere Tipps...

  • Herd und Kühl- oder Gefrierschrank sind keine guten Nachbarn! Die Wärmeabgabe des Herdes verursacht beim benachbarten Kühlgerät einen erhöhten Kühlaufwand. Berücksichtigen Sie dies bei der Küchenplanung. 
  • Wärme wird optimal genutzt, indem die Größe des Kochtopfs passend zur Kochstelle gewählt wird, Töpfe und Pfannen einen möglichst ebenen Boden aufweisen, und über einen gut schließenden Deckel verfügen.
  • Bestimmte Materialien nehmen Hitze besonders gut auf: Für den Backofen eignen sich deshalb dunkle, schwarz lackierte oder emaillierte Backformen. Kochtöpfe aus Edelstahl mit Kupfer- bzw. Aluminiumkompensboden oder emailliertem Stahl sorgen für eine optimale Wärmeübertragung.
  • Wenn Ihr Gericht kocht, können Sie die Kochplatte auf eine niedrige Leistungsstufe zurückschalten.
  • Wenn Sie bei Garzeiten über 40 Minuten die Geräte 5 bis 10 Minuten früher abschalten, nutzen Sie die Restwärme im Backofen bzw. im Kochtopf.
  • Garen Sie mit wenig Flüssigkeit im geschlossenen Kochtopf. Kochen Sie auch Kartoffeln und Gemüse mit möglichst wenig Wasser, das spart Energie und schont die Vitamine.
  • Verzichten Sie auf das Vorheizen des Backofens.
  • Öffnen Sie die Backofentür bzw. heben Sie den Kochtopfdeckel nicht öfter als unbedingt notwendig.
  • Ein Schnellkochtopf hilft Ihnen zwischen 30-60 Prozent an Energie sparen.
  • Teewasser wird mit einem Wasserkocher schneller zum Sieden gebracht als auf dem Herd. Auch Ihre Brötchen werden schneller knusprig wenn Sie anstelle des Backofens den Toaster benützen.

KÜHLEN & GEFRIEREN

Die Spitzenreiter beim Energieverbrauch in der Küche sind Kühl- und Gefriergeräte. Sie sind im Dauerbetrieb und gerade bei diesen Geräten lohnt es sich, beim Kauf auf das Energieeffizienz-Label zu achten. Die Auswahl nach der jeweiligen Effizienzklasse beim Gerätekauf zahlt sich für die Umwelt und auch für das Haushaltsbudget aus. Darüber hinaus sollte im Umgang mit diesen Geräten folgendes beachtet werden.

Unsere Tipps...

  • Kühl- und Gefriergeräte sollten nicht neben der Heizung stehen. Auch direkte Sonneneinstrahlung erfordert höhere Kühlleistungen.
  • Das vorhandene Lüftungsgitter muss stets sauber und frei von Gegenständen sein.
  • Achten Sie beim Kauf von Kühl- und Gefriergeräte neben dem Energielabel auch auf Ausstattung und Größe. Diese sollten Ihrer Haushaltssituation angepasst sein.
  • Lassen Sie die Tür Ihres Kühl- bzw. Gefrierschrankes nicht unnötig lange geöffnet.
  • Achten Sie darauf dass die Türen des Kühlschrankes gut schließen und die Gummidichtung sauber und intakt ist.
  • Nur ganz abgekühlte und zugedeckte Lebensmittel sollten in das Kühl- oder Gefriergerät gestellt werden.
  • Denken Sie auch an das regelmäßige Abtauen.

LÜFTEN

In den meisten Südtiroler Haushalten erfolgt die Lüftung immer noch konventionell durch das Öffnen und Schließen der Fenster. Bei einer zu leichtfertigen Handhabung kann hier aber wertvolle Wärmeenergie verloren gehen. Darum sollte man beim täglichen Lüften in Wohnung oder Haus versuchen so viel wie möglich an Energie einzusparen.

Unsere Ratschläge...

  • Beim Lüften Fenster für eine bestimmte Zeit ganz öffnen und nicht über eine längere Zeitspanne kippen. Zum einem dauert es beim Kippen deutlich länger bis sich die Luft austauscht und gleichzeitig wandert die Energie zum Fenster hinaus.
  • Man sollte deshalb mehrmals täglich für vier bis zehn Minuten Fenster ganz öffnen. Bei kälteren Temperaturen sollte die Lüftungszeit dementsprechend kürzer ausfallen. Räume die benützt werden sollen stündlich gelüftet werden.
  • Fenster sollten nicht durchaus gekippt sein. Das verursacht im Winter unnötige Wärmeverluste und in heißen Sommermonaten eine verstärktes Erwärmen der Wohnräume.
  •  Achten Sie darauf, dass Räume nicht zu stark auskühlen. Das Aufheizen verlangt wiederum viel Energie.
  • Kellerräume sollten besonders im Winter möglichst genauso gelüftet werden, wie Wohnräume.

HEIZEN

Gerade beim Heizen können Kosten im Haushalt eingespart werden. Beginnend beim Wärmeschutz des Hauses, die Ausrichtung der Fenster, die Wahl des Heizkessels und des Brennstoffs, die Wartung und Erneuerung von Installationen. Ohne kostspielige Investitionen tätigen zu müssen, kann jede und jeder deutliche Einsparungen durch Beachten einiger Empfehlungen erzielen …

Unsere Ratschläge...

  • Heizkörper sollten nicht durch Verkleidungen, Möbel, Gardinen oder Vorhänge abgedeckt werden, damit sich die Wärmeleistung des Heizkörpers voll entfalten kann.
  • Sie sparen bis zu zwei Drittel der Heizenergie, wenn Sie Außenwände, Keller und Dachboden dämmen und Fenster mit Wärmeschutz-Verglasung haben.
  • Überhitzte Räume sind ungesund und vergeuden wertvolle Energie. Eigentlich müssten durchschnittlich 20 Grad genügen, im Bad dürfen es ruhig 21 Grad sein, im Schlafzimmer genügen deutlich weniger Zudem verringern heruntergelassene Rollläden den Wärmeenergieverlust.
  • Nachts und tagsüber, wenn niemand in der Wohnung ist, kann die Temperatur insgesamt gesenkt werden.
  • Schließen Sie die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen.
  • Entlüften Sie öfters die Heizung, da Luft im Heizkörper verhindert, dass Ihre Heizung richtig warm wird. Öffnen Sie das Entlüftungsventil und lassen die Luft entweichen.
  • Lassen Sie Ihre Heizung regelmäßig vom Fachmann checken.

WASCHEN & TROCKNEN

Waschen und Trocknen können zusammen mehr als die Hälfte des Allgemein-Stromverbrauchs im Mehrfamilienhaus ausmachen. Einflussgrößen die sich auf den Energieverbrauch auswirken sind die jeweilige Energieeffizienzklasse, der Füllgrad der Maschine sowie Waschtemperatur und -programm.

Unsere Tipps...

  • Das Fassungsvermögen der Waschmaschine und des Wäschetrockners sollte immer voll ausgenutzt werden.
  • Bei wenig bis normal verschmutzter Wäsche kann man auf die Vorwäsche verzichten.
  • Beachten Sie, dass normal verschmutzte Kochwäsche auch bei 60 °C sauber wird, Buntwäsche kann auch bei 30 °C bzw. 40 °C erfolgreich gewaschen werden.
  •  Reinigen Sie nach jedem Trockenvorgang den Luftfilter ihres Wäschetrockners.
  •  Achten Sie darauf, dass Sie nur gut geschleuderte, "trocknergeeignete" Wäsche in Ihren Trockner geben.
  • Sparsam trocknen Sie, wenn Sie möglichst Wäschestücke mit gleicher Beschaffenheit und Dicke zusammenlegen.
  • Maschinelles Trocknen der Wäsche braucht mehr Strom als das Waschen! Deshalb empfehlen wir die weitaus sparsamsten Methode und empfehlen Ihnen: vertrauen Sie auf die Sonne, sie ist der ideale Wäschetrockner.

GESCHIRRSPÜLEN

Geschirrspüler gelten als Stromfresser, sie sind jedoch aus keinem Haushalt mehr wegzudenken. Doch auch hier kann man Maßnahmen setzen, um das Gerät effizient zu nutzen und Energie zu sparen.

Zu beachten gilt ...

  • Entfernen Sie grobe Speisereste direkt in den Mülleimer und nicht durch abwaschen in der Spüle.
  • Wählen Sie das Spülprogramm und die Temperatur immer nach Geschirrart und Verschmutzungsgrad aus. Berücksichtigen Sie hier die Herstellerangaben.
  • Beladen Sie die Geschirrspüler so, dass sich Geschirrteile nicht gegenseitig berühren und achten darauf, dass alle Flächen von den Wasserstrahlen getroffen werden können.
  • Schalten Sie den Geschirrspüler erst dann ein, wenn er voll beladen ist.
  • Überprüfen Sie ab und zu ob Siebe, Sprüharme und Düsen nicht verstopft bzw. in ihrer Bewegung nicht eingeschränkt sind.

WARMWASSER

Beim Wasservorkommen in Südtirol herrscht zwar keine Knappheit, dennoch ist Wasser eine wertvolle Ressource mit der sparsam umgegangen werden soll. Wasser kostet Geld und auch Energie, denn warmes Wasser muss erhitzt werden. Wasser sparen können Sie nicht nur durch einen bewussten Umgang mit Wasser sondern auch indem Sie folgendes beachten…

Unsere Tipps...

  • Ändern Sie wasserverschwenderische Gewohnheiten wie z.B. Zähneputzen und Rasieren bei fließendem Wasser, verzichten Sie auf Vorspülen von Geschirr usw. Weniger Wasser, zumal warmes, schont den Geldbeutel.
  • Warmwasserspeicher soll in der Nähe der Entnahmestelle angeordnet werden. Warmwasserrohe gut dämmen.
  • Wählen Sie den Speicherinhalt des Warmwasserspeichers nach Ihrem Wasserbedarf.
  • Erwärmen Sie das Wasser nicht mehr als nötig. Zu heißes Wasser verbraucht unnötige Energie.
  • Installieren Sie wassersparende Armaturen. Sparduschköpfe, Wasserstrahlregler und moderne Mischbatterien sparen Wasser und Energie und erhöhen zusätzlich den Duschspaß.
  • Für ein Vollbad (140 – 180 l) wird 3mal soviel Energie benötigt wie für eine fünfminütige Dusche. Dusche sollte bevorzugt werden.
  • Tropfende Wasserhähne verschwenden unnötig Wasser und Energie. Nur zehn Tropfen pro Minute ergeben monatlich 170 l Wasser.
  • Warmwassergeräte sollen regelmäßig entkalkt werden.

RUND UMS LICHT

Auch wenn man es den Lampen und Beleuchtung nicht ansieht, aber sie können mit unter eine Menge Strom verbrauchen. Durch gezielte Platzierung von Lichtquellen und zum Beispiel durch Austausch von Glühbirnen in Energiesparlampen kann Strom gespart werden. Man sollte nur wissen wie…

Unsere Tipps...

  • Sparlampen brauchen im Durchschnitt ein Fünftel weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen und haben eine um achtmal längere Lebensdauer.
  • Sparlampen sollen v.a. bei langer Brenndauer eingesetzt werden.
  • Schalten Sie das Licht nur dann ein, wenn Sie es brauchen.
  • Nach Möglichkeit benutzen Sie Lampen mit separaten Vorschaltgeräten. Bei Ausfall muss dann nur die eigentliche Lampe ausgetauscht werden.
  • Reinigen Sie regelmäßig die Lampen und Abdeckungen; dies steigert die Lichtausbeute um bis zu 30%.
  • Bevorzugen Sie natürliches Licht. Hell gestrichene und ausgestattete Räume brauchen weniger Beleuchtung.

STAND-BY

Der Stand-by-Modus von Elektrogeräten verbraucht Strom ohne jeglichen Nutzen. Die Hauptfunktion eines Geräts wird ausgeschaltet, die Nebenfunktionen bleiben hingegen eingeschaltet. Stand-by-Betrieb der Elektrogeräte machen 10 bis 15% des Verbrauchs der Haushalte aus.

Unsere Tipps...

  • Es lohnt sich Geräte bei Nichtgebrauch vollständig vom Netz zu trennen.
  • Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten auf eine Auto-off-Schaltung.
  • Mit einer Steckdosenleiste können Sie Gerätegruppen (z. B. PC, Drucker, Monitor ...) per Aus-Kippschalter auch ganz von der Stromzufuhr trennen.

WÄRMEDÄMMUNG

In Räumen mit angenehmer Temperatur fühlen wir uns sicher und geborgen, egal ob es draußen schneit, regnet oder stürmt. Was man dazu braucht, sind eine gute Heizung und die ideale Wärmedämmung der Außenmauer, Dach und Keller. Ist dies nicht der Fall, so wird im Winter buchstäblich durch die Wand geheizt. Mehr als die Hälfte der Energiekosten entfallen auf das Heizen der Gebäude. Wärmedämmung bei Gebäuden verringert Wärmeverluste und spart Geld. Neubauten mit Wärmedämmung verbrauchen 60-70 Prozent weniger an Heizkosten, bei besonders sparsamen Passivhäusern sogar bis zu 90Prozent.

Unsere Tipps...

  • Häuser mit guter Wärmedämmung kühlen im Winter nicht so rasch aus und bleiben im Sommer länger kühl. Kleine und auch größere Maßnahmen verhindern große Energieverluste und helfen mittel- und langfristig sparen.
  • allgemeine Maßnahmen, welche die Dichtheit der Gebäudehülle erhöhen (Klüfte in der Mauer schließen, Holzfenster regelmäßig einlassen usw.)
  • Wärmeisolierende Baustoffe für Außenwände und Dach können auch bei bestehenden Häusern nachträglich angebracht werden. Empfohlen wird eine Außenwanddämmung. Das Sparpotential liegt bei 20 bis 30 Prozent.
  • Durch den Einbau von Wärmedämmenden Fenster, kann man bis zu 25 Prozent an Heizkosten sparen.
  • Mit der Dämmung der Kellerdecke halten Sie aufsteigende Kälte aus dem Erdboden ab und reduzieren den Wärmeverlust um 10 bis 20 Prozent.
  • Achten Sie darauf, dass alle freistehenden Warmasserleitungen gut isoliert sind und kaum bis gar keine Wärme abstrahlen.
  • Lassen Sie sich von einem Energieberater individuell über die Möglichkeiten der besten Maßnahmen und Förderungen beraten